In langen geraden Bahnen durchschneiden sie die Luft, die nach Angst riecht. Das Prasseln des Regens, der mein Traum ist, durchdringt die Konsistenz meines Geistes. Die Pfützen meines Bewußtseins verdunsten in einer Hitze, die aus dem Nichts kommt.
Nacht. Ein wenig Licht aus der Ferne wird von der Verwirrung gelenkt, denn es erreicht den kühlen, verlassenen Körper nicht. Stattdessen verweht es in die Tiefen des dunklen Meeres, welches leblos im Schein der Sinne einer einsamen Seele rauscht und singt. Die Stimme umarmt mich und ich werde entführt, entführt in den Garten. Meine Augen tränenleer und ich wage nicht, den wunderschönen Garten zu betreten, denn ich habe Angst, daß seine Verlockung mich verwüstet. Doch ich kann dem Garten, dessen Name Hoffnung ist, nicht ausweichen, möchte das auch gar nicht. Zu groß ist die Sehnsucht nach dem Unbekannten. Ich weiß, daß ich ohne es zerfließe wie ein Schatten, der seinen Atem in dunklen Nebelschwaden aushaucht, unbeachtet von den lichtverschluckenden, in den Spektralfarben leuchtenden Kristallen, die sich schützend über die Existenz erheben.
Jeder kennt die Namen der Boten, die den versteckten, kristallenen Glanz, das Unbekannte ankündigen, ohne Worte zu verlieren, doch ich stand nicht nur einmal im glühenden Blütenregen, ohne zu wissen, welche abstrakten Gestalten zerfressende Illusionen sind. Und die Unsicherheit ist es, die immer wieder das Lächeln einfriert, das Lächeln, das mich vor das Tor des nur scheinbar kleinen Gartens führt. Bei jedem Regenschauer werde ich wiedergeboren, denn meine Gestalt wird von vielen kleinen Tropfen benetzt, die ich nicht allein geweint und ich vergesse meine vielleicht nie gedachten, verwirrten Gedankengänge. Sie spielen in einer Aufführung mit den schillern den Farben des Winters und das einzigartige Wechselspiel zwischen Licht und Schatten berauscht mich. Ich verweile aber nicht allein in diesen dimensionslosen Theaterhallen, die mir im Gange der Zeit vertraut geworden sind. Es gibt noch andere Seelen hier, welche mit mir dem Schauspiel zusehen und gleichzeitig agieren. Gelegentlich streifen Blicke meine Anwesenheit, ohne die mich längst ein stiller Einsturz ohne jegliche Perspektive begraben hätte. Diese Blicke sind es, die mich der Berge Gipfel erklimmen lassen, um mich nach einem genießenden Verweilen wieder dem freien Fall hinzugeben in der Hoffnung, aufgefangen zu werden, denn ich habe Angst vor der Vergessenheit und der Unwissenheit gegenüber dem, was hinter allem auf mich wartet. Ist es ein Ort voller Glück oder ergraute Kälte, die schon Unzählige zu Standbildern ihrer Einsamkeit werden ließ? Niemand kann es mir sagen und ich glaube, es ist besser, in der Ungewissheit unterzutauchen, als in entwurzelten Erwartungen umherzuirren. Also streife ich durch die tiefen Wälder meiner Träume, auf der ungeduldigen Suche nach nichts. Lächelnde, oft auch verständnislose Winde ziehen durch die uralten Baumkronen, wenn ich in deren Obhut einen Teil meines Selbst ablege, der sich maskenartig um mich schlingt ohne unbedingt Maske sein zu müssen …
Die schimmernde Wolkendecke wird sicher noch oft aufreißen und wenn ich, in Finsternis oder einen geborenen Tag getaucht dem Plätschern der unbekannten Emotionen lausche, habe ich noch viel Zeit, über all das nachzudenken, was mich nicht nur an einem Regentag bewegt …