Also, um es vorweg zu sagen, dieser Film ist eine Mischung aus “Jacobs Ladder” und “Butterfly Effect” und in meinen Augen durchaus gelungen. Vielleicht ist es auch der Film, der “Butterfly Effect” hätte werden sollen und/oder können.
Zum Inhalt:
Simon Cable wacht in einem Krankenzimmer auf. Er weiss nicht, wo er ist, wann er ist und warum er da ist. Ein netter Arzt, Dr. Newman, eigentlich Kinderarzt, bringt ihn auf den ersten Weg. Er ist eingeliefert worden, nachdem man ihn vor seinem Haus gefunden hat. Mehr wird dazu eigentlich nicht gesagt. Das letzte woran er sich erinnert ist ein Autounfall, den er vor zwei Jahren hatte.
Simon lernt seine hübsche Frau kennen und danach Anna … die eigentlich seine Frau ist. Hier fängt die Verwirrung nicht nur für Simon an. Dr Newman benutzt ein Puzzle, um Simon seine Situation zu erklären: es ist eigentlich noch alles da, er muss seine Erinnerung nur finden und richtig zusammensetzen. Klingt gut. Aber als der Dr weg ist, zeigt Anna ihre fiese Art … und erklärt ihm, dass er seinen Bruder umgebracht hätte.
Ab hier ist Simon auf dem Weg, die Wahrheit herauszufinden, denn er kann Annas Worten nicht glauben.
Nun beginnt das Verwirrspiel an Fahrt. Simon springt zwischen zwei verschiedenen Zeitebenen hin und her: das Jahr 2000, nach seinem Autounfall, das Jahr 2002, wie bereits beschrieben. Sowohl er als auch der Zuschauer versuchen, die Puzzleteile zu finden, was sich anfangs nicht leicht gestaltet. Nach und nach kommen aber die mehr oder weniger schrecklichen Geheimnisse ans Licht. Der geneigte Zuschauer wird versucht sein, zu glauben, nun alles erkannt zu haben … aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Das Ende ist zwar keine ultimative Überraschung, aber doch nicht so leicht vorher zu sehen. Zugegeben, die letzten 8 Sekunden waren dann doch überflüssig. Ein Ende ala “Jacobs Ladder” wäre mir lieber gewesen, aber gut.
Die Atmosphäre ist den ganzen Film durch beängstigend. Man bleibt eigentlich die ganze Zeit lang auf der Wissensebene von Simon hängen und wird von den plötzlichen Szenenwechseln ebenso überrascht wie er. Es gibt Schreckmomente, etwas Blut und alles in allem ist es doch eher psychisch belastend … um es mal so auszudrücken. Gruselig ist nicht das richtige Wort.
Ich finde, die Geschichte bleibt die ganze Zeit recht gut nachvollziehbar und plausibel, auch wenn die Zeitsprünge verwirren, weiss man doch dann schnell, was Sache ist. Das Ende ist nicht unterdimensioniert (“Och, das wars jetzt also? Na toll … “) und rundet den Film gut ab. Es löst sich eigentlich alles auf.
Ich finde, der Film ist sehr kreativ mit seinem Thema umgegangen (um Längen besser als “Butterfly Effect”, den ich persönlich überhaupt nicht mochte) und es kommen weder Langeweile noch DejaVu-Effekte auf. Es wird nichts unnötig in die Länge gezogen, was dem Film meines Erachtens gut tut.
Fazit: empfehlenswert
Dabei fällt mir ein, dass das Rätsel des Phantom-Mediziniers mit der Spritze nicht gelöst wurde … oder?