The Cameraman
Der erste, meinerseits betrachtete Film von Buster “The Great Stone Face” Keaton. Entstanden 1928 und der erste Film, den Keaton bei den MGM Filmstudios schuf.
Die Geschichte ist schnell erzählt: Ein armer Schlucker, der sich als Gassenfotograf seinen kargen Lebensunterhalt verdient, begegnet einer überaus liebreizenden jungen Dame, in die er sich sofort verliebt. Diese arbeitet als Sekretärin bei MGM, wo er sie aufspürt. Auch sie mag den liebenswerten, schüchternen und tolpatschigen Burschen und so gerät er in die Mühlen des Filmgeschäfts … und aus Liebe tut er wirklich alles.
Es ist natürlich eine Komödie und in ihrer Art den Tramp-Filmen des Herrn Chaplin nicht unähnlich. Zudem auch Buster Keaton zu einer sehr speziellen Figur und zu einem Markenzeichen geworden ist. Sein nie lächelndes Gesicht verleiht ihm womöglich kaum Charme, seine Anstrengungen, wenn es darum geht, Ziele zu erreichen jedoch umso mehr. Seine Botschaft ist recht eindeutig: “Man kann es schaffen, wenn man sich nur anstrengt!”. Und das tut er in “The Cameraman” mit voller Hingabe, gilt es doch, ein Damenherz zu erobern
Der Film ist sehr angenehm anzuschauen. Es gibt einiges zu lachen, obwohl … oder besser gerade weil nie ein Maß an Niveau zu vermissen ist. Die Gags wirken nicht platt, keinesfalls deplaziert und schon garnicht lustlos. Es macht einfach großen Spaß zuzusehen, in welch absonderliche Lagen sich ein fast schon anarchistischer Keaton manövriert, wie er aus diesen wieder herauskommt und immer wieder mit Instanzen in Berührung kommt, die sich seinen Bestrebungen in den Weg stellen. Er meistert sie alle und ist dann doch der Lachende letzte … auch wenn man es seinem Gesicht nie ansieht.
Herausragend an Buster Keaton ist die Tatsache, dass er grundsätzlich alle Stunts selbst bewerkstelligt. Und das, so scheint es beim Anschauen des Films, mit einer unglaublichen Leichtigkeit und Energie. Kein Darsteller würde sich heutzutage auf eine meterhohe, herabfallende Plattform stellen, an fahrenden Bussen herumklettern, fallen, fallen und nochmals fallen etc pp. Aber das ist ja generell ein enormer Reiz der Stummfilme, speziell wenn es um Stunts geht: es wirkt alles viel natürlicher, spontaner, ungekünstelt und absolut glaubwürdig. Die Filme wollen freilich unterhalten, aber dennoch nicht um des Selbstzweckes willen sondern unter Vermittlung einer Botschaft. Und die ist bei Buster Keaton (soweit ich lesen konnte) immer vorhanden.
Schlussendlich hier noch ein Hinweis auf einige seiner Kurzfilme, die aufgrund abgelaufenen Urheberrechts kostenlos und vollkommen legal heruntergeladen werden können: