Kammarheit, das ist Pär Boström aus dem schönen Schweden. Kammarheit ist dazu Dark Ambient vom feinsten. Einige Zeit haben meine Alben ein halb vergessenes Dasein gefristet, nun habe ich sie vom Staube befreit und kann nicht anders, als sie immer und immer wieder durch die Boxen zu drücken.
Drücken ist an dieser Stelle nichtmal übertrieben, denn der Sound von Kammarheit kriecht langsam, tief grummelnd und alles umfließend aus den Lautsprechern und in die Gehörgänge hinein. Nichts und niemand kann ihn aufhalten, er ist eine einzige, schwere Masse. Ich fühle mich dabei so manches Mal an das eine oder andere Stück von Brian Lustmord erinnert (“The Place Where The Black Star Hangs” zum Beispiel), sind es doch genau diese Klangtiefen, die mir besonders ans Herz gewachsen sind. Auch Parallelen zu Peter Anderssons Necrophorus lassen sich finden, insbesondere bei dem gerade von mir konsumierten Album “The Downfall And The Arising”. Was die Länge der Stücke angeht, erreicht Boström hier selten die 10-Minuten-Marke, ich schätze, der allgemeine Schnitt liegt bei etwa 6 Minuten. Das sagt natürlich nichts über die Qualität aus, zumal man im Nachhinein die Übergänge von einem zu nächsten kaum wahrnimmt. Viel zu schnell ist das Ende schon erreicht …
Kammarheit hat unbestritten eine ungemeine Tiefe und Präsenz. Kein Ton kommt leicht, beschwingt oder zufällig daher, genausowenig aber übertrieben düster oder schwarz. Vielmehr lässt sich der Sound mit worten wie Seelenmassage, Gehörmeere, Tiefsee beschreiben … all das versammelt Kammarheit an einem Fleck und wenn man sich darauf zu betten vermag, gibt es einiges vor dem inneren Auge zu entdecken.