traumessenz – fragmente

Nachtrag zum Zungenloch

Es ist schon schwierig, sich an das Metall im Mund zu gewöhnen. Insbesondere das Essen fällt schwer … ein Hoch auf Tütensuppen und Weißbrot (ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde). Aber alles in allem verläuft alles soweit ganz gut.

Die Zunge war eigentlich kaum geschwollen und sie tut eigentlich auch nicht weh. Einzig die Mundspülung geht mir gehörig gegen den Strich. Eine ihrer Nebenwirkungen ist nämlich eine vorübergehende Störung der Geschmacksempfindungen. Meine Zungenspitze ist fast taub, sie fühlt sich an wie verbrannt. Weswegen ich die Spülung auch von nun an mit Ignoranz strafen werde. Außerdem trage ich eine kleine Verschnupfung mit mir herum. Das kann einerseits daran liegen, dass die Heizung abgestellt ist oder aber es ist eine Reaktion meines Körpers auf sei neues Anhängsel. Ich weiss es nicht.
Achja, und die obere Kugel drückt sich langsam in die Zungenoberfläche ein, sie ist schon fast zur Hälfte verschwunden. Aber das kann auch am Belag liegen, der sich wohl oder übel bildet. Aber genug von den weniger appetitlichen Details.

Übrigens, es ist fast unglaublich, aber Madame S. hat sich ebenfalls das Sprechorgan durchstechen lassen. Zwei Tage vor mir und ohne das der eine vom anderen wusste. Zufall? Geistige Verwandtschaft? Hmm … letzteres vermutlich kaum, aber ich finde es großartig. Diese Frau erstaunt mich immer wieder :)


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