traumessenz – fragmente

Die Verwandlung

Nicht Gregor hatte sich verwandelt, sondern ein namenloses Wesen. Männlich ist es übrigens auch nicht. Und es wurde auch nicht über Nacht zu einem übergroßen Krabbeltier. Dennoch war der Eindruck meinerseits ein erschreckender. Nein, erschreckend ist der falsche Begriff … ernüchternd. Nicht unbedingt der Art des Eindrucks wegen, sondern eher wegen dessen Existenz an sich.
Dies Wesen hatte sich verändert. Einst war es ein Augenpaar im Schatten, ein sprechender Mund (nicht zu mir redend freilich), ein Gesicht. Eindrücke hinterlassend, Gedanken bewegend, Erinnerungen. Was nach Monaten bleibt ist ein alberndes Menschenkind, Jahre verjüngt, mit Verlust an Anmut wenngleich sich das Gesicht kaum verändert hat. Ein Mensch eben. Ich habe mich verschätzt. Aus erhabenem Stein wurde lebendiges Fleisch. Es macht nichts, ist nicht schlimm oder schlecht, im Gegenteil. Ich habe es nur festgestellt … und eingesehen, dass auch ich mich verschätzen kann :)


There are no comments yet. You could be the first!

Leave a Comment