Die anderen Damen hatten durchaus nicht die Absicht, sich in Sachen Verstopfung so ohne weiteres übertrumpfen zu lassen. Sie litten intensiver als irgendwer sonst an Verstopfung. Sie wollten das Gehörte nicht glauben, sie verlangten Beweise. Die solchermaßen unter Druck gesetzte Dame teilte mit, sie mache jetzt Winde, wenn sie aufs Klo gehe, das reinste Feuerwerk …
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Neulich in der Konditorei
Zurück aus Wien
Liebes Fräulein D.,
ich bin am heutigen Tage wohlbehalten aus Wien wieder hier in meiner Heimat eingetroffen. Es war eine wundervolle Reise voll von Eindrücken, die ich Ihnen aber an anderer Stelle ausgiebig darlegen möchte. Ich muss Ihnen in diesem kurzen Brief von einer Sonderbarkeit berichten, die mir genau heute wiederfahren ist. Schnellstmöglich verließ ich nach der Ankunft den Bahnhof, die Müdigkeit und Vorfreude trieb mich eilig in mein kleines Kämmerlein. Dort fand ich die Post vor, die in den vergangen zwei Wochen für mich abgegeben wurde.
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172 Minuten
Ich freue mich sehr auf diese 172 Minuten und bin gespannt, was sie aus mir zu machen vermögen. Vielleicht einen ratlos dreinschauenden und sich dumm fühlenden kleinen Jungen. Vielleicht einen erleuchteten Seher. Vielleicht einen glühenderen Verehrer seiner Kunst, wovon ich grundsätzlich schonmal ausgehe. Sicherlich und hoffentlich aber jemanden, für den sich diese 172 Minuten zu einem Weg ausrollen werden, der noch lange beschritten werden kann, der Gehirnwindungen fast platzen lässt vor Gedankenspielen und Sinnsuchen, der sich subjektiv auf Monate ausdehnen wird. Ich freue mich darauf, die Hasen zu sehen, die polnischen Dialoge nicht zu verstehen, in das Grauen einzutauchen und die Ratlosigkeit in den Knochen zu spüren. Ich freue mich auf den Willen, nachzuahmen, auf das Gefühl, etwas lohnendes zu sehen und zu hören. Am 26.4. ist es soweit. Oder auch ein paar Tage später. Read More
Tagged: Film
Verehrtes Fräulein D.,
ich schreibe Ihnen noch ein paar Zeilen, bevor ich mich heute noch nach draußen wage um das letzte Stück blauen Himmels zu genießen. Nachdem ganze Sturzbäche grauschmutzigen Wassers den gesamten heutigen Tage vom Himmel prasselten, muss ich doch noch aus meiner engen Stube und ein wenig saubere Luft schöpfen. Heute war wirklich ein sonderbarer Tag müssen Sie wissen und das atmen fällt mir fast schon schwer.
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Lieber Vater,
ich weiss, Sie haben mich gestern erwartet, insbesondere da die anstehenden Ausbesserungsarbeiten recht umfangreich und mühsam sein müssen. Entschuldigen Sie bitte mein Fernbleiben, ich weiss, dass es kaum gut zu machen ist. Aber seid bitte nicht erbost, ich kann es erklären. Bitte glaubt mir meine folgenden Worte, auch wenn es vielleicht schwerfällt.
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Mein verehrtes Fräulein,
ich muss mich dafür entschuldigen, dass unsere geplante Kommunikation in der vergangenen Nacht nicht stattfand. Ich versichere Ihnen, keinerlei derartige Absichten gehegt zu haben. Vielmehr war es so, dass unglücklicherweise der Strom ausgefallen sein muss. Dadurch versagten die Glühlampen ihren Dienst, ebenso der Wecker, welcher stumm blieb bis ich heute morgen (wohl geruht zwar aber alsbald unglücklich) aufwachte und das Dilemma erkannte. Read More
Wel-Traum
Ein Strauß kleiner aber doch recht langstieliger Sonnenblumen lässt sich bei schlechtem Wetter gut transportieren, indem man sie mitsamt der dünnen Vase unter den Jackenärmel schiebt, möglichst ohne dabei die zarten Blüten zu beschädigen. Solange man den Arm nicht bewegen oder gar beugen muss, stellt dieser Transport kein Problem dar, so dass das Gewächs frisch dem zu Beschenkenden überreicht werden kann. Das habe ich heute nacht gelernt.
Übrigens, wer K.H. oder K.B. kennt und Informationen über deren Verbleib oder noch besser, über Kontaktmöglichkeiten verfügt, kann mir diese gerne zukommen lassen. Danke.
Die Verwandlung
Nicht Gregor hatte sich verwandelt, sondern ein namenloses Wesen. Männlich ist es übrigens auch nicht. Und es wurde auch nicht über Nacht zu einem übergroßen Krabbeltier. Dennoch war der Eindruck meinerseits ein erschreckender. Nein, erschreckend ist der falsche Begriff … ernüchternd. Nicht unbedingt der Art des Eindrucks wegen, sondern eher wegen dessen Existenz an sich.
Dies Wesen hatte sich verändert. Einst war es ein Augenpaar im Schatten, ein sprechender Mund (nicht zu mir redend freilich), ein Gesicht. Eindrücke hinterlassend, Gedanken bewegend, Erinnerungen. Was nach Monaten bleibt ist ein alberndes Menschenkind, Jahre verjüngt, mit Verlust an Anmut wenngleich sich das Gesicht kaum verändert hat. Ein Mensch eben. Ich habe mich verschätzt. Aus erhabenem Stein wurde lebendiges Fleisch. Es macht nichts, ist nicht schlimm oder schlecht, im Gegenteil. Ich habe es nur festgestellt … und eingesehen, dass auch ich mich verschätzen kann
Kopfmüllhalde
Wie schafft man es eigentlich, den Kopf (EINmal wenigstens) komplett zu befreien von sämtlichem Müll, der darin deponiert ist? Gedankenfetzen, unliebsame Erinnerungen, Ohrwürmer, Fantasien, Selbstgespräche, Träume aller Art, Gesichter, Melodien, Ideen, all das und mehr. Insbesondere des Nachts lässt mir das Denkorgan momentan keine Ruhe und Stille. Bildlich gesprochen bewege ich mich durch Metropolen voller Bilder und Geräusche, voller Sinneseindrücke, die mich nicht loslassen. Ich sehne mich jedoch nach einer einer unendlichen grauen Fläche, Farblosigkeit und Schweigen. Nur für ein paar Stunden, keinesfalls auf Dauer. Ich bin mir gerade selbst ein Rätsel …
Mach’s gut und Danke!
nicht für den Fisch natürlich …
